„Scheiss aufs Schicksal“ Hardcover

14.99

Hinfallen – Aufstehen – Krone richten – Weitergehen

Persönliche Niederlagen, Scheitern auf der ganzen Linie, ein Trauerfall – wie schafft man es, trotzdem glücklich weiterzuleben? Der Autor ist der Überzeugung, dass das jedem durch einen konsequenten Perspektivenwechsel glücken kann. Nach dem Krebstod seiner Eltern, dem Tod eines Freundes, dem Verlust des Jobs und einigen Jahren ehrenamtlicher Hopizarbeit ist es Dada Peng gelungen, die Überzeugung zu leben: Für mein Glück bin ganz allein ich zuständig. Sehr authentisch erzählt er in diesem Buch aus seinem bewegten Leben, witzig, teils skrurril, und geprägt von dem unbändigen Drang, immer wieder aufzustehen, »die Krone zu richten« und weiterzulaufen.

Eine sympathische Anleitung für einen Neustart im Leben
Schicksalsschläge als Chance sehen: Wie man auch dem Scheitern etwas Positives abgewinnen kann
Ein authentisches Buch zum Thema Glück mit Raum für persönliche Einträge

 

LESEPROBE

VORWORT:

Den 1. Mai 2014 verbrachte ich bei Freunden. Es ist eine alte Tradition, dass wir am Tag der Arbeit gemeinsam brunchen und rein gar nichts Produktives tun. Der Brunch begann mittags um 12 mit einem veganen Buffet, das ich persönlich ja widerlich fand, und einer Erdbeerbowle, in der die Beeren in Vodka eingelegt waren. Diese wiederum fand ich vorzüglich. Als die Bowle gegen Abend ihre Wirkung gänzlich entfaltete, kippte an einer Stelle die Stimmung, und eine Freundin von mir ließ ihrem Unmut über das Leben, über ihren Exmann, über Hartz IV und auch über diesen »verfickten Brunch« freien Lauf:

»Kann sich eigentlich einer vorstellen, wie das ist, alleine und alleinerziehend? Jeden Wasserkasten muss ich alleine nach oben schleppen, alleine!«, schrie sie gegen 21.25 Uhr durchs Treppenhaus, nachdem sie sich bereits an ihrem Handy und an einer Vase vergriffen hatte. Mein bester Freund, der den Brunch ausgerichtet hatte, war den Tränen nahe, und ich sagte immer wieder wie ein Mantra: »Klatsch ihr einfach eine, klatsch ihr einfach eine.«

Als sich die Schreierei dann wieder in die Küche verlagert hatte und besagte Freundin sich gerade darüber ausließ, dass sie ja jetzt auch die Blumenkübel der Terrasse mutterseelenalleine transportieren müsse, konnte ich mich auch dank der Bowle nicht länger beherrschen:

»Du hast ja so was von recht! Vergiss den Krieg in Syrien und auch die Familien, die ihr Kind in ein Kinderhospiz bringen müssen … das alles ist nix im Gegensatz zu deinem schweren Schicksal, verlassen worden zu sein.«

Auf einmal war es ganz ruhig in der Küche, und die Freundin sagte nur: »Ja du, du redest dir ja alles schön, du bist doch eh verrückt mit deinem ganzen Sterbescheiß.«

Der Abend endete dann verhältnismäßig unspektakulär, und ich fand mich irgendwann alleine zu Hause auf meiner Couch wieder und dachte: »Ja genau, man kann sich tatsächlich alles schönreden. Und das sollte man auch! Und ja, ich bin verrückt. Aber genau das hat mir schon oft den Arsch gerettet.«

Und genau darum geht es in diesem Buch. Das Leben einfach einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und es sich manchmal wirklich nur schönzureden. Man kann es nicht wirklich schöner machen, als es ist, aber man kann den Blickwinkel so verrücken, dass man das Schöne auch im Scheitern und im Schmerz sieht.

»There is a certain beauty in distruction«, hat mal ein buddhistischer Mönch zu mir gesagt, und erst an jenem Abend auf der Couch verstand ich wirklich, was das heißt.

Somit ist dieses Buch quasi das erste Buch für Verrückte.

Für all die, die sich immer mal wieder umblicken und denken: Sind alle anderen irre oder bin ich es? Willkommen im Club und willkommen auf einer Reise in die Vergangenheit, in die Gegenwart und in die Zukunft.

Ausreden wie »Meine Eltern haben mich nie in den Arm genommen«, »Mein Bruder war immer der Liebling meiner Eltern«, »Meine Freunde haben mich immer nur ausgenutzt«, »Mit 50 findet man keinen Job mehr«, »Ich musste mir immer alles erkämpfen«, »Sobald ich die ersten Anzeichen einer unheilbaren Krankheit habe, bringe ich mich um« möchte ich ganz gerne kurzerhand in die Tonne kloppen und das Leben einfach einmal neu betrachten, sodass auch du morgens aufstehen und sagen kannst: Scheiß aufs Schicksal!

Warum dieses Buch sein muss

Das Leben ist nicht schön. Das muss einfach mal gesagt werden. Von alleine ist es nicht schön. Es gibt Momente, die sind schön, und Menschen, die es immer schön finden. Aber in Wirklichkeit ist es einfach nur verdammt anstrengend. Und ich rede jetzt nicht von dem Leben von Kriegsopfern oder von den Kindern in Afrika. Manchmal glaube ich sogar, dass das Leben hier, da, wo wir gerade sind, viel anstrengender ist als dort, wo man sich nur ums Überleben sorgen muss. Keine existenzielle Not zu haben, raubt einem vielleicht die Fähigkeit, tiefes Glück empfinden zu können, einfach nur dadurch, dass man existiert, dass man lebt.

Wenn ich daran denke, mit was für einer Scheiße ich mich die letzten Wochen beschäftigen musste … Es tut mir leid, das war nicht schön. Steuererklärung, Umzug, Reifen wechseln. Und dann denke ich so, ach mach mal einfach ’nen Tag frei, gönn dir was, tu dir was Gutes und kauf dir mal ’ne neue Hose, ’nen Paar Schuhe, irgendwas. Und dann stehe ich bei H&M in der Umkleide, Spiegel vorne, hinten, unten, oben. Spiegel überall. Und auch das, was ich da sehe, finde ich nicht schön. Der Bauch, an meinem Hinterkopf eine kahle Stelle, die mittlerweile so groß ist wie ein Tennisball. Und dann stehe ich da, ziehe alle Register und sage mir: »Der Körper ist nur Hülle, wichtig sind die inneren Werte, es wollen immer noch viele mit dir schlafen.« Aber dann blicke ich wieder in diesen Spiegel, sehe, in was für eine Kinderhose ich mich reingepresst habe, und denke: »Nein … ich finde das nicht schön.« Und dann kaufe ich lediglich eine neue Basecap, mit der ich dann aussehe, als würde ich morgen eingeschult. Ne kahle Stelle am Hinterkopf zu bekommen, ist echt ein Scheißschicksal!

Es gibt so viele blöde, dumme Schicksale, dann auch ganz tragische und dann auch Schicksale, die völlig unterschiedlich interpretiert werden können. Ich dachte immer, dass mein Coming-out damals für meine Eltern ein ganz schlimmes Schicksal gewesen sein muss. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, da ich ihnen keine Enkelkinder schenken würde und da man in unserer kleinen Stadt nun natürlich auch eine gewisse exponierte Stellung innehatte. Das sind die mit dem homosexuellen Sohn.

Nach Jahren, eigentlich erst kurz bevor meine Mutter starb, unterhielt ich mich mit ihr darüber, und sie sagte nur völlig verwundert:

»Dass du schwul bist, das war für uns nie ein Problem. Als du in der baptistischen Freikirche warst und in der Fußgängerzone ›Die Gott lieben, werden sein wie die Sonne‹ gesungen hast, das war schlimm. Da habe ich mich geschämt!«

Seitdem weiß ich: Reden hilft! Und ganz offensichtlich gibt es Tausende verschiedene Interpretationen von ein- und denselben Lebensumständen.

ENDE DER LESEPROBE

 

Artikelnummer: 0002 Kategorie:

Beschreibung

Zusätzliche Information

Gewicht 250 g